Nachdem mit Luna aus Hamm das Model für mein geplantes Airbnb-Shooting in Paderborn feststeht, ging es an den nächsten wichtigen Schritt: die Suche nach einer passenden Unterkunft.
Dabei habe ich schnell gemerkt, dass ein Airbnb für ein Fotoshooting nach ganz anderen Kriterien ausgewählt wird als für einen normalen Aufenthalt.
Eine Wohnung kann auf den ersten Blick sehr schön aussehen und fotografisch trotzdem nur eingeschränkt geeignet sein.
Tageslicht ist für mich eines der wichtigsten Kriterien
Bei der Auswahl habe ich deshalb zuerst auf die Fenster und die vorhandene Lichtsituation geachtet.
Große Fenster sind für ein Homeshooting besonders interessant, weil sich damit sehr natürliche Portraits umsetzen lassen. Gerade weiches Tageslicht kann eine Bildserie deutlich abwechslungsreicher machen, ohne dass direkt zusätzliche Blitztechnik eingesetzt werden muss.
Ich schaue mir deshalb bei den Inseraten genau an:
- Wie groß sind die Fenster?
- Von welcher Seite fällt das Licht in den Raum?
- Wie hell wirkt die Wohnung auf den vorhandenen Bildern?
- Gibt es mehrere Räume mit Tageslicht?
- Lassen sich Vorhänge oder Gardinen für unterschiedliche Lichtstimmungen nutzen?
Natürlich kann ich zusätzlich meine mobile Lichttechnik einsetzen. Trotzdem bevorzuge ich eine Unterkunft, die bereits durch die vorhandene Lichtsituation gute fotografische Möglichkeiten bietet.
Wo steht das Bett?
Bei einem normalen Aufenthalt spielt es wahrscheinlich kaum eine Rolle, ob ein Bett direkt am Fenster, an einer Wand oder mitten im Raum steht.
Für ein Fotoshooting kann genau das aber einen großen Unterschied machen.
Bei der Suche habe ich deshalb besonders darauf geachtet, wie das Bett innerhalb des Zimmers positioniert ist.
Interessant finde ich beispielsweise eine Position mit seitlichem Fensterlicht. Dadurch lassen sich sehr weiche Lichtstimmungen erzeugen.
Auch der Abstand zu den Wänden spielt eine Rolle. Wenn rund um das Bett nur sehr wenig Platz vorhanden ist, werden Perspektiven und der Einsatz von Lichttechnik schnell eingeschränkt.
Ein Bett, das optisch interessant positioniert ist und genügend Bewegungsfreiheit bietet, eröffnet dagegen deutlich mehr Möglichkeiten.
Möbel werden Teil des Bildes
Dasselbe gilt für die übrige Einrichtung.
Bei einem Homeshooting fotografiere ich schließlich nicht vor einem neutralen Studiohintergrund. Sofa, Sessel, Tische, Lampen, Spiegel und andere Möbel werden Bestandteil der Bildgestaltung.
Deshalb suche ich nicht nur nach einer „schönen Wohnung“, sondern nach einer Unterkunft mit mehreren fotografisch nutzbaren Bereichen.
Ein interessantes Sofa kann beispielsweise für Lifestyle- oder Portraitaufnahmen genutzt werden.
Ein Sessel am Fenster eignet sich für eine andere Serie.
Ein großer Spiegel ermöglicht wiederum völlig andere Perspektiven.
Auch Küche, Essbereich oder Flur können interessant werden, wenn sie optisch zum Gesamtstil passen.
Mehrere Looks innerhalb einer Location
Ideal ist für mich ein Airbnb, in dem ich innerhalb weniger Meter völlig unterschiedliche Bildwirkungen erzeugen kann.
Mein Ziel ist nicht, während des gesamten Shootings nur an einer Stelle zu fotografieren.
Ich möchte die Location möglichst vollständig nutzen und verschiedene Sets aufbauen.
Das könnte beispielsweise bedeuten:
- natürliche Portraits direkt am Fenster
- Lifestyle-Aufnahmen auf einem Sofa
- eine Bildserie am Bett
- Aufnahmen im Sitzen an einem Tisch oder Sessel
- Spiegelbilder
- Ganzkörperaufnahmen vor einer freien Wand
- Detailaufnahmen mit vorhandenen Einrichtungsgegenständen
Je vielseitiger die Wohnung aufgebaut ist, desto mehr unterschiedliche Bilder können während des Shootings entstehen.
Auch Platz für die Kamera ist wichtig
Bei den Bildern eines Airbnb sieht man meist, wie schön ein Raum eingerichtet ist.
Was man nicht immer sofort erkennt, ist die Frage:
Wo stehe ich eigentlich als Fotograf?
Für mich ist deshalb auch der Abstand zwischen Möbeln wichtig.
Wenn beispielsweise das Bett direkt an einer Wand steht und am Fußende ebenfalls kaum Platz vorhanden ist, kann ich bestimmte Perspektiven nur schwer umsetzen.
Dasselbe gilt für ein Sofa, das direkt zwischen mehreren Möbelstücken eingebaut ist.
Ich brauche nicht zwingend riesige Räume, aber etwas Bewegungsfreiheit für Kamera, Lichtstative und unterschiedliche Brennweiten ist sehr hilfreich.
Ich habe zwei passende Airbnbs ausgewählt
Nach dem Vergleich verschiedener Unterkünfte habe ich schließlich zwei Airbnbs gefunden, die für das geplante Shooting interessant erscheinen.
Beide Wohnungen bieten aus meiner Sicht unterschiedliche fotografische Möglichkeiten und passen grundsätzlich zu dem geplanten Homeshooting.
Damit war allerdings noch keine Entscheidung gefallen.
Denn bevor ich überhaupt eine Buchung vornehme, möchte ich einen wichtigen Punkt klären:
Ist ein professionelles Fotoshooting in der Unterkunft überhaupt erlaubt?
Beide Gastgeber habe ich angeschrieben
Ich habe deshalb die Gastgeber der beiden ausgewählten Unterkünfte kontaktiert.
In meiner Nachricht habe ich offen erklärt, dass ich als Fotograf ein geplantes Homeshooting in Paderborn durchführen möchte.
Ich habe bewusst nicht einfach nur gefragt, ob „Fotografieren erlaubt“ ist.
Der Gastgeber soll wissen, dass es sich um ein geplantes professionelles Shooting handelt und nicht lediglich um ein paar private Erinnerungsbilder während eines Aufenthalts.
Ich habe meinen Plan für das Shooting beschrieben und ausdrücklich um die Genehmigung zur Nutzung der Unterkunft als Shooting-Location gebeten.
Für mich gehört diese Abstimmung unbedingt vor die Buchung.
Warum ich zuerst frage und erst danach buche
Natürlich wäre es einfacher, einfach eine interessante Unterkunft zu reservieren.
Das möchte ich bei diesem Projekt aber bewusst vermeiden.
Wenn ich eine Wohnung speziell wegen ihrer fotografischen Möglichkeiten buche, muss ich vorher wissen, ob der Gastgeber mit dieser Nutzung einverstanden ist.
Gerade weil die entstandenen Bilder anschließend auch kommerziell genutzt beziehungsweise verkauft werden können, möchte ich hier möglichst klare Verhältnisse schaffen.
Sollte ein Gastgeber kein professionelles Shooting wünschen, ist das für mich vollkommen in Ordnung.
Dann suche ich einfach weiter.
Wesentlich unangenehmer wäre es, erst nach der Buchung oder sogar am Tag des Shootings festzustellen, dass die geplante Nutzung nicht erlaubt ist.
Die kommerzielle Nutzung gehört für mich ebenfalls zur Anfrage
Bei diesem Projekt kommt noch ein weiterer Punkt hinzu.
Wie bereits im vorherigen Teil beschrieben, habe ich mit Luna vereinbart, dass die entstandenen Bilder später verkauft werden dürfen und sie am Gewinn beteiligt wird.
Damit ist die spätere Nutzung der Aufnahmen nicht ausschließlich auf mein Portfolio oder meinen Fotoblog beschränkt.
Auch deshalb finde ich eine klare Genehmigung der Location wichtig.
Im weiteren Verlauf werde ich prüfen, ob die Zustimmung des Gastgebers für die geplante Nutzung ausreichend ist oder ob zusätzlich eine ausführlichere schriftliche Locationfreigabe beziehungsweise ein Property Release sinnvoll ist.
Die endgültige Entscheidung ist noch offen
Aktuell habe ich also zwei interessante Unterkünfte gefunden und beide Gastgeber angeschrieben.
Jetzt heißt es zunächst:
auf die Antworten warten.
Erst wenn klar ist, welche Unterkunft ein professionelles Shooting erlaubt und welche Bedingungen eventuell damit verbunden sind, werde ich mich endgültig entscheiden.
Dabei kann durchaus passieren, dass die fotografisch schönste Wohnung am Ende nicht die Location wird.
Für mich zählen nicht nur Einrichtung und Licht, sondern auch eine klare und unkomplizierte Absprache mit dem Gastgeber.
Zwischenstand des Projekts
Der aktuelle Stand sieht damit so aus:
Model: Luna aus Hamm
Shooting: Homeshooting in einem Airbnb in Paderborn
Modelsuche: abgeschlossen
Bildverkauf: vereinbart
Gewinnbeteiligung des Models: vereinbart
Airbnb-Suche: gestartet
Geeignete Unterkünfte: zwei ausgewählt
Gastgeber kontaktiert: ja
Genehmigung angefragt: ja
Unterkunft gebucht: noch nicht
Wie geht es weiter?
Der nächste Schritt hängt jetzt von den Antworten der beiden Gastgeber ab.
Interessant wird vor allem, ob beide einem professionellen Shooting zustimmen, ob zusätzliche Bedingungen genannt werden oder ob eventuell eine zusätzliche Gebühr für die Nutzung als Shooting-Location verlangt wird.
Außerdem möchte ich dann genauer klären, welche schriftliche Freigabe für die spätere Verwendung und den Verkauf der Bilder sinnvoll ist.
Damit steht der nächste Teil der Serie praktisch schon fest:
- Teil 1 – Die Modelsuche
- Teil 1.1 – Das Model steht fest
- Teil 2. – Die Suche nach der passenden Unterkunft
- Teil 2.1 – Die passende Unterkunft ist gefunden
- Teil 3 – Die Planung des Shootings
- Teil 3.1 – Die Equipmentwahl
- Teil 4 – Das Shooting
- Teil 5 – Die Bilderauswahl
- Teil 6 – Die Bildbearbeitung
No responses yet