Nachdem Model, Airbnb, Outfits und Shootingthemen abgestimmt sind, geht es jetzt an einen der Punkte, die für mich als Fotograf besonders interessant sind: Welche Ausrüstung nehme ich tatsächlich mit?
Bei einem Shooting in einem Airbnb möchte ich gut vorbereitet sein, gleichzeitig aber nicht unnötig viel Equipment in die Unterkunft schleppen. Anders als in einem Fotostudio muss ich mit begrenztem Platz, vorhandenen Möbeln und teilweise engen Räumen arbeiten.
Deshalb habe ich mein Setup bewusst kompakt und flexibel zusammengestellt.
Zwei Kameras: Nikon Z6 und Nikon Z7
Für das Shooting nehme ich meine Nikon Z6 und Nikon Z7 mit.
Mit zwei Kameragehäusen bin ich zum einen abgesichert, falls es mit einer Kamera technische Probleme geben sollte. Zum anderen kann ich unterschiedliche Objektive direkt auf den Kameras lassen und muss während des Shootings weniger wechseln.
Gerade wenn wir zwischen unterschiedlichen Bereichen der Wohnung wechseln, finde ich das praktisch.
Die Nikon Z7 bietet mir mit ihrer hohen Auflösung viel Spielraum bei Portraits und Detailaufnahmen. Die Nikon Z6 ergänzt das Setup als zweite Kamera und ermöglicht mir einen schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Bildideen.
Nikon Z 40 mm f/2 – besonders interessant für enge Räume
Eines der wichtigsten Objektive für dieses Shooting wird für mich das Nikon Z 40 mm f/2.
40 mm finde ich für ein Homeshooting besonders interessant.
In einer Wohnung kann ein klassisches Portraitobjektiv mit längerer Brennweite schnell problematisch werden. Oft fehlt schlicht der Abstand zwischen Model und Fotograf.
Mit 40 mm kann ich auch in kleineren Räumen arbeiten und trotzdem einen natürlichen Bildlook erhalten.
Die Lichtstärke von f/2 bietet zusätzlich die Möglichkeit, mit vorhandenem Tageslicht zu fotografieren und den Hintergrund bei Bedarf etwas ruhiger wirken zu lassen.
Gerade für Aufnahmen am Fenster, auf einem Sofa oder in kleineren Bereichen der Wohnung dürfte das 40-mm-Objektiv deshalb häufig zum Einsatz kommen.
Nikon Z 28–75 mm f/2.8 – flexibel bleiben
Als zweites Objektiv nehme ich mein Nikon Z 28–75 mm f/2.8 mit.
Der große Vorteil ist für mich die Flexibilität.
Mit 28 mm kann ich auch dann fotografieren, wenn der Raum enger wird oder mehr von der Location sichtbar sein soll.
Im mittleren Brennweitenbereich lassen sich klassische Portraits umsetzen und mit 75 mm kann ich, sofern genügend Abstand vorhanden ist, deutlich enger arbeiten.
Damit deckt das Objektiv innerhalb einer einzigen Wohnung sehr viele Situationen ab.
Gerade weil ich die tatsächlichen Platzverhältnisse bisher nur anhand der Bilder der Unterkunft beurteilen kann, möchte ich auf diese Flexibilität nicht verzichten.
Warum keine große Objektivauswahl?
Natürlich könnte ich noch deutlich mehr Objektive mitnehmen.
Für dieses Shooting sehe ich darin aber keinen großen Vorteil.
Das Airbnb soll als natürliche Wohnumgebung funktionieren und ich möchte möglichst unkompliziert zwischen verschiedenen Bereichen wechseln können.
Mit 40 mm f/2 und 28–75 mm f/2.8 habe ich für mich einen guten Kompromiss aus Lichtstärke, Flexibilität und einem relativ kompakten Setup.
Weniger Objektivwechsel bedeuten außerdem weniger Unterbrechungen während des Shootings.
Godox AD200 und Godox AD300
Beim Licht möchte ich dagegen etwas flexibler aufgestellt sein.
Dafür nehme ich einen Godox AD200 und einen Godox AD300 mit.
Beide Blitze sind für ein mobiles Shooting kompakt genug und bieten mir gleichzeitig genügend Leistung, um auch unabhängig vom vorhandenen Tageslicht arbeiten zu können.
Mein Plan ist allerdings nicht, die gesamte Wohnung wie ein Fotostudio auszuleuchten.
Das vorhandene Licht soll weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Die Blitze sollen dort unterstützen, wo das Tageslicht nicht ausreicht oder wo ich bewusst eine bestimmte Lichtwirkung erzeugen möchte.
Softboxen für weicheres Licht
Zu den beiden Godox-Blitzen kommen passende Softboxen.
Gerade bei Portraits möchte ich häufig ein weicheres und kontrolliertes Licht einsetzen.
Eine Softbox kann beispielsweise seitlich am Fensterlicht ergänzt werden oder als Hauptlicht dienen, wenn ein Raum deutlich dunkler ist.
Damit kann ich unterschiedliche Situationen erzeugen:
natürlich wirkendes Fensterlicht, weich ausgeleuchtete Portraits oder auch etwas kontrastreichere Bildserien.
Welche Variante tatsächlich zum Einsatz kommt, werde ich vor Ort entscheiden.
Zwei Videoleuchten für Dauerlicht
Zusätzlich nehme ich zwei Videoleuchten mit.
Dauerlicht hat in einem Homeshooting einige Vorteile.
Ich sehe bereits vor der Aufnahme sehr genau, wie das Licht auf das Model und die Umgebung fällt. Außerdem kann ich damit auch kleinere Bereiche gezielt aufhellen.
Die Videoleuchten könnten beispielsweise für Hintergrundbeleuchtung, Akzente oder als Ergänzung zum vorhandenen Raumlicht interessant werden.
Gerade wenn wir eine etwas stimmungsvollere Bildserie umsetzen möchten, bieten die beiden Leuchten zusätzliche Möglichkeiten.
Zwei Blitzstative
Für die Lichttechnik nehme ich zwei Blitzstative mit.
Mehr möchte ich bewusst nicht aufbauen.
Ein Airbnb ist schließlich kein großes Fotostudio. Zu viele Stative würden schnell Wege versperren oder den verfügbaren Platz unnötig einschränken.
Mit zwei Stativen kann ich beispielsweise Haupt- und Aufhelllicht nutzen oder einen Blitz und eine Videoleuchte sinnvoll platzieren.
Dabei muss natürlich besonders darauf geachtet werden, dass die Stative sicher stehen und weder Möbel noch Böden beschädigen.
Ein Kamerastativ
Auch ein Kamerastativ kommt mit.
Normalerweise fotografiere ich Portraits überwiegend aus der Hand.
Bei diesem Shooting könnte ein Stativ trotzdem für bestimmte Bildideen interessant sein.
Denkbar sind beispielsweise Aufnahmen mit längerer Belichtungszeit, sehr exakt komponierte Bilder oder Situationen, bei denen ich die Kamera bewusst an einer festen Position behalten möchte.
Auch für mögliche zusätzliche Video- oder Making-of-Aufnahmen kann das Stativ hilfreich sein.
Rollei Smokemaster – eine kreative Option
Als besonderes Zubehör möchte ich außerdem meinen Rollei Smokemaster mitnehmen.
Mit Rauch beziehungsweise Nebel lassen sich interessante Lichtstimmungen erzeugen. Besonders in Kombination mit Gegenlicht oder gezielt gesetzten Videoleuchten können dadurch völlig andere Bilder entstehen.
Allerdings ist gerade bei einem Airbnb ein wichtiger Punkt zu beachten:
Mitnehmen bedeutet nicht automatisch einsetzen.
Rauch oder Nebel können Rauchmelder auslösen und dürfen natürlich nicht ohne Zustimmung des Gastgebers verwendet werden.
Bevor der Smokemaster tatsächlich zum Einsatz kommt, muss deshalb eindeutig geklärt sein, dass dies in der Unterkunft erlaubt ist und technisch sicher umgesetzt werden kann.
Wenn diese Freigabe nicht vorliegt, bleibt der Smokemaster selbstverständlich im Koffer.
Tageslicht bleibt trotzdem ein zentraler Bestandteil
Trotz Blitzgeräten, Videoleuchten und Softboxen möchte ich nicht jedes Bild künstlich ausleuchten.
Ein Grund für die Auswahl dieses Airbnbs war schließlich das vorhandene Tageslicht.
Gerade Aufnahmen direkt am Fenster können einen sehr natürlichen Charakter bekommen.
Ich möchte deshalb zunächst prüfen, was die Location selbst bietet.
Erst danach ergänze ich Licht, wenn es fotografisch sinnvoll ist.
Für mich ist die Lichttechnik bei diesem Projekt eher eine Erweiterung der vorhandenen Möglichkeiten als der Ausgangspunkt jedes Bildes.
Mein geplantes Setup
Damit sieht meine aktuelle Equipment-Liste folgendermaßen aus:
Kameras
- Nikon Z6
- Nikon Z7
Objektive
- Nikon Z 40 mm f/2
- Nikon Z 28–75 mm f/2.8
Blitztechnik
- Godox AD200
- Godox AD300
- Softboxen
- 2 Blitzstative
Dauerlicht
- 2 Videoleuchten
Weitere Technik
- 1 Kamerastativ
- Rollei Smokemaster
Natürlich kommen noch die üblichen Kleinigkeiten hinzu: Akkus, Speicherkarten, Ladegeräte beziehungsweise Powerbanks, Funkauslöser und weiteres Zubehör.
Möglichst viel Flexibilität mit möglichst wenig Equipment
Mein Ziel ist nicht, möglichst viel Ausrüstung mitzunehmen.
Ich möchte vielmehr für unterschiedliche Situationen vorbereitet sein.
Mit zwei Kameras und zwei Objektiven kann ich sowohl in engen Räumen als auch bei klassischen Portraitsituationen flexibel reagieren.
Mit Blitz- und Dauerlicht kann ich das vorhandene Tageslicht ergänzen.
Und mit Softboxen sowie dem optionalen Smokemaster stehen zusätzliche kreative Möglichkeiten zur Verfügung.
Trotzdem bleibt das Setup kompakt genug, um in einer Wohnung vernünftig arbeiten zu können.
Die Location wird entscheiden, was tatsächlich gebraucht wird
Eine Equipment-Liste ist zunächst nur eine Planung.
Erst vor Ort werde ich sehen, welche Technik tatsächlich sinnvoll ist.
Vielleicht ist das Tageslicht so gut, dass der Großteil der ersten Serie völlig ohne Blitz entsteht.
Vielleicht gibt es einen Raum, der mit einem AD300 und einer Softbox deutlich interessanter wirkt.
Oder eine kleine Ecke funktioniert besonders gut mit einer der Videoleuchten.
Genau diese Flexibilität möchte ich mir erhalten.
Zwischenstand des Projekts
Damit sieht die Planung inzwischen so aus:
Model: Luna aus Hamm
Location: Airbnb in Paderborn
Genehmigung: vorhanden
Outfits: abgestimmt
Shootingthemen: abgestimmt
Bildverkauf: vereinbart
Gewinnbeteiligung des Models: vereinbart
Kameras: Nikon Z6 + Nikon Z7
Objektive: 40 mm f/2 + 28–75 mm f/2.8
Blitztechnik: Godox AD200 + AD300
Dauerlicht: 2 Videoleuchten
Stative: 2 Blitzstative + 1 Kamerastativ
Spezialeffekt: Rollei Smokemaster, nur nach ausdrücklicher Freigabe
Die technische Vorbereitung steht damit im Wesentlichen.
Wie geht es weiter?
Als nächstes geht es für mich darum, aus Location, Outfits und Equipment einen konkreten Shootingablauf zu entwickeln.
Welche Bildserie fotografieren wir zuerst? Welche Räume sollen genutzt werden? Wann bietet sich Tageslicht an und wann möchte ich gezielt Blitzlicht einsetzen? Wie organisiere ich die Outfitwechsel, ohne unnötig Zeit zu verlieren?
Genau darum wird es im nächsten Teil gehen.
- Teil 1 – Die Modelsuche
- Teil 1.1 – Das Model steht fest
- Teil 2. – Die Suche nach der passenden Unterkunft
- Teil 2.1 – Die passende Unterkunft ist gefunden
- Teil 3 – Die Planung des Shootings
- Teil 3.1 – Die Equipmentwahl
- Teil 4 – Das Shooting
- Teil 5 – Die Bilderauswahl
- Teil 6 – Die Bildbearbeitung
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