Nach einem Fotoshooting müssen die fertigen Bilder zum Model oder Kunden gelangen. Dafür gibt es viele bekannte Cloudlösungen wie Google Drive, Microsoft OneDrive oder Dropbox.

In der Praxis hatte ich damit jedoch immer wieder Schwierigkeiten. Ein Model kam mit OneDrive nicht zurecht, ein anderes mit Google Drive. Beim nächsten Shooting wurde wieder eine andere Plattform benötigt. Dazu kamen unterschiedliche Apps, Anmeldungen und Benutzeroberflächen.

Ich wollte eine einheitliche Lösung, die bei jedem Shooting gleich funktioniert. Deshalb habe ich meine eigene Fotocloud mit Nextcloud eingerichtet.

Warum ich keine verschiedenen Cloudanbieter mehr nutzen wollte

Google Drive, OneDrive und Dropbox funktionieren grundsätzlich gut. Problematisch wurde für mich der ständige Wechsel zwischen den Plattformen.

Je nach Empfänger entstanden unterschiedliche Fragen:

  • Muss ein Benutzerkonto erstellt werden?
  • Welche App wird benötigt?
  • Wo befindet sich der Download?
  • Warum wird nur eine Vorschau angezeigt?
  • Wie können alle Bilder gemeinsam heruntergeladen werden?
  • Warum funktioniert der Link auf dem Smartphone anders als am Computer?

Für mich bedeutete das zusätzliche Erklärungen. Für Models und Kunden wurde der Bilderdownload unnötig kompliziert.

Ich wollte deshalb eine eigene Oberfläche verwenden. Jeder Empfänger sollte einen normalen Link und ein Kennwort erhalten. Das System dahinter sollte immer gleich bleiben.

Nextcloud auf einem Linux-ThinClient

Meine Fotocloud läuft auf einem Linux-ThinClient bei mir zu Hause. Auf diesem kleinen Rechner habe ich Nextcloud installiert.

Ein ThinClient benötigt wenig Platz und verbraucht weniger Strom als ein großer Desktop-PC. Damit eignet er sich gut für einen Server, der dauerhaft erreichbar sein soll.

Nextcloud stellt die Benutzeroberfläche bereit. Models und Kunden können ihre Bilder mit einem Webbrowser öffnen. Eine zusätzliche App oder ein Konto bei einem großen Cloudanbieter ist dafür nicht erforderlich.

Die Cloud ist über meine eigene Domain erreichbar. Die entsprechende Adresse wird über DNS auf meinen Nextcloud-Server geführt. Dadurch nutze ich eine feste und verständliche Webadresse für meine Fotofreigaben.

Für einen sicheren Betrieb muss die Verbindung über HTTPS verschlüsselt sein. Außerdem müssen Nextcloud, das Linux-System und die eingesetzten Erweiterungen regelmäßig aktualisiert werden.

Die Bilder bleiben auf dem NAS

Meine Fotocloud ist keine zweite vollständige Bildablage. Die fertig bearbeiteten JPEG-Dateien liegen weiterhin auf meinem ersten NAS.

Nextcloud greift lesend auf den dortigen JPG-Ordner zu. Der Cloudserver kann die Bilder damit anzeigen und für den Download bereitstellen. Er soll die Originaldateien im freigegebenen Ordner jedoch nicht verändern oder löschen.

Der nur lesende Zugriff hat für mich mehrere Vorteile:

  • Die fertigen Bilder bleiben zentral auf dem NAS.
  • Es müssen keine zusätzlichen Kopien manuell hochgeladen werden.
  • Änderungen über die Cloudoberfläche sind eingeschränkt.
  • Nextcloud dient als Verteilungsebene und nicht als Hauptspeicher.
  • Die vorhandene Datensicherung des NAS bleibt maßgeblich.

Neue Exporte stehen nach der Ablage im vorgesehenen JPG-Ordner für die Freigabe zur Verfügung. Dadurch muss ich die Bilder nicht zusätzlich zu Google Drive, OneDrive oder Dropbox übertragen.

Eigene Freigaben für Stammmodels

Stammmodels erhalten Zugriff auf ihre persönlichen Bilder. Dafür erstelle ich zu Beginn jedes Monats einen neuen Cloudlink mit einem neuen Kennwort.

Der Link ist 30 Tage gültig. Nach Ablauf dieses Zeitraums funktioniert die Freigabe nicht mehr. Im folgenden Monat wird ein neuer Link mit einem neuen Kennwort erstellt.

Dieses Verfahren begrenzt die Zeit, in der ein versehentlich weitergeleiteter oder öffentlich gewordener Link genutzt werden kann.

Der monatliche Wechsel umfasst:

  • einen neuen Freigabelink
  • ein neues Kennwort
  • eine Laufzeit von 30 Tagen
  • Zugriff auf den vorgesehenen Bilderordner
  • die Möglichkeit, die Freigabe vorzeitig zu beenden

Ein Link sollte nur an die vorgesehene Person weitergegeben werden. Link und Kennwort können zusätzlich über zwei getrennte Kommunikationswege versendet werden.

Automatischer Versand per E-Mail

Die monatlichen Freigaben müssen nicht manuell an jedes Model verschickt werden. Die neuen Cloudlinks werden automatisch per E-Mail an die jeweiligen Models gesendet.

Die E-Mail enthält den persönlichen Zugang zur Fotocloud und informiert über die begrenzte Gültigkeit. Dadurch erhalten alle Stammmodels regelmäßig ihren aktuellen Link, ohne dass ich jede Nachricht einzeln erstellen und versenden muss.

Der automatische Ablauf sieht so aus:

  1. Für das Model wird ein neuer Freigabelink erstellt.
  2. Die Freigabe erhält ein neues Kennwort.
  3. Der Zugriff wird auf 30 Tage begrenzt.
  4. Der Link wird automatisch per E-Mail an das Model versendet.
  5. Ich erhalte eine zusätzliche Benachrichtigung über Telegram.

Kontrolle über Telegram

Für jeden versendeten Cloudlink erhalte ich eine Information in meiner Telegram-App. Dadurch sehe ich direkt, dass die Freigabe erstellt und die Nachricht an das Model versendet wurde.

Die Telegram-Benachrichtigung dient als zusätzliche Kontrolle des automatischen Ablaufs. Ich muss mich nicht jedes Mal an der Nextcloud anmelden, um den Versand zu prüfen.

Das bietet mir mehrere Vorteile:

  • direkte Information über jeden versendeten Link
  • schnelle Kontrolle des automatischen E-Mail-Versands
  • Überblick über neu erstellte Freigaben
  • frühzeitige Erkennung von fehlenden oder fehlerhaften Abläufen
  • Kontrolle auch unterwegs über das Smartphone

Aus Sicherheitsgründen sollte die Telegram-Nachricht keine Kennwörter oder vollständigen vertraulichen Freigabedaten enthalten. Für die Kontrolle reichen der Name des Empfängers, der Versandzeitpunkt und eine Bestätigung über die erstellte Freigabe.

Warum ich für Models keine MFA verwende

Eine Anmeldung mit Mehrfaktor-Authentifizierung bietet grundsätzlich mehr Sicherheit. In meinem Anwendungsfall war dieser Weg für die Models jedoch nicht praktikabel.

Dafür müssten Konten eingerichtet, Anmeldedaten verwaltet und zusätzliche Bestätigungen durchgeführt werden. Das würde genau die Hürden zurückbringen, die ich mit der eigenen Fotocloud vermeiden wollte.

Deshalb nutze ich für die Bildübergabe zeitlich begrenzte Freigabelinks mit Kennwort. Das ist für die Empfänger einfacher.

Für das Administratorkonto der Nextcloud ist MFA weiterhin sinnvoll. Die vereinfachte Anmeldung betrifft nur die bereitgestellten Freigaben für Models und Kunden.

Freigaben für einzelne Kunden

Einzelkunden erhalten ebenfalls einen individuellen Link zu ihren Bildern. Auch dieser Link wird mit einem Kennwort geschützt und zeitlich begrenzt.

Je nach Auftrag bleibt die Freigabe ein bis zwei Monate gültig. Dadurch haben Kunden ausreichend Zeit, ihre Bilder anzusehen und herunterzuladen.

Nach Ablauf des Zeitraums wird der Zugriff automatisch beendet oder die Freigabe manuell entfernt.

Für Kunden ergibt sich ein einfacher Ablauf:

  1. Der Kunde erhält seinen persönlichen Link.
  2. Die Freigabe wird mit dem mitgeteilten Kennwort geöffnet.
  3. Die Bilder können im Browser angesehen werden.
  4. Einzelne Fotos oder der gesamte Ordner können heruntergeladen werden.
  5. Nach ein bis zwei Monaten endet die Freigabe.

Der Kunde muss dafür kein Nextcloud-Konto anlegen und keine zusätzliche Anwendung installieren.

Bilder direkt auf dem Smartphone zeigen

Die eigene Fotocloud hat noch einen weiteren Vorteil. Ich kann meine Bilder unterwegs auf dem Smartphone aufrufen.

Wenn sich im Gespräch eine Gelegenheit für ein mögliches Fotoshooting ergibt, kann ich passende Beispiele direkt zeigen. Das ist deutlich einfacher, als Bilder zunächst auf dem Smartphone suchen oder verschiedene Social-Media-Profile öffnen zu müssen.

Je nach Gespräch kann ich gezielt passende Arbeiten zeigen:

  • Portraitshootings
  • Cosplayfotografie
  • Homeshootings
  • Streetshootings
  • Tattooaufnahmen
  • Businessportraits
  • Freundinnen- oder Familienshootings

Dabei zeige ich nur Bilder, für deren Präsentation und Veröffentlichung eine entsprechende Erlaubnis vorliegt. Private Kundenordner bleiben von meinem Portfolio getrennt.

Meine Nextcloud ersetzt keine Datensicherung

Die Fotocloud ist für mich ein Werkzeug zur Bereitstellung der Bilder. Sie ersetzt keine Datensicherung.

Die JPEG-Dateien liegen auf dem ersten NAS. Dieses NAS wird täglich auf ein zweites, räumlich getrenntes NAS gesichert. Zusätzlich befinden sich die Bilder in einer externen Online-Cloud.

Nextcloud ergänzt dieses System um eine komfortable Zugriffsmöglichkeit für Models und Kunden. Die Fotocloud ist damit eine Verteilungsplattform, während NAS und externe Sicherung für die dauerhafte Speicherung zuständig sind.

Sicherheit der Freigaben

Öffentliche Freigabelinks sind bequem, müssen aber sorgfältig eingerichtet werden. Ein Link kann weitergeleitet oder versehentlich veröffentlicht werden.

Deshalb nutze ich Kennwörter und begrenzte Laufzeiten. Zusätzlich sind weitere Maßnahmen sinnvoll:

  • starke und unterschiedliche Kennwörter
  • kurze Freigabezeiträume
  • regelmäßige Kontrolle aktiver Links
  • sofortiges Sperren nicht mehr benötigter Freigaben
  • HTTPS für die verschlüsselte Übertragung
  • regelmäßige Nextcloud- und Linux-Updates
  • MFA für das Administratorkonto
  • getrennte Rechte für Server und NAS
  • Schutz gegen zu viele fehlgeschlagene Anmeldeversuche
  • Protokollierung auffälliger Zugriffe

Die zeitliche Begrenzung erhöht die Sicherheit, weil alte Links nicht dauerhaft erreichbar bleiben.

Vorteile meiner eigenen Fotocloud

Seit der Einführung von Nextcloud nutze ich für die Bildübergabe eine einheitliche Lösung.

Die wichtigsten Vorteile sind:

  • eine eigene Adresse unter meiner Domain
  • dieselbe Bedienung für alle Models und Kunden
  • keine Konten bei Google, Microsoft oder Dropbox erforderlich
  • Zugriff über Smartphone, Tablet und Computer
  • passwortgeschützte Freigaben
  • automatische Ablaufzeiten
  • zentrale Ablage der JPEG-Dateien auf dem NAS
  • lesender Zugriff der Nextcloud auf den Bilderordner
  • schnelle Präsentation eigener Arbeiten unterwegs
  • volle Kontrolle über Freigaben und Laufzeiten

Nachteile des eigenen Servers

Eine selbst betriebene Cloud benötigt Pflege. Ich bin selbst dafür verantwortlich, dass Server und Nextcloud erreichbar und aktuell bleiben.

Dazu gehören:

  • regelmäßige Sicherheitsupdates
  • Überwachung des verfügbaren Speicherplatzes
  • Kontrolle der Zertifikate
  • Prüfung der Freigaben
  • Absicherung des Zugangs
  • Überwachung der Internetverbindung
  • Sicherung der Serverkonfiguration
  • gelegentliche Wiederherstellungstests

Auch die Geschwindigkeit hängt vom eigenen Internetanschluss ab. Besonders der Upload des Anschlusses bestimmt, wie schnell Models und Kunden größere Bildpakete herunterladen können.

Eine eigene Nextcloud ist deshalb nicht vollständig wartungsfrei. Sie bietet mir aber mehr Kontrolle und eine einheitliche Lösung für die Bildübergabe.

Mein Fazit

Die Verteilung meiner Bilder über wechselnde Cloudanbieter war für Models, Kunden und mich unnötig kompliziert. Mit meiner eigenen Nextcloud nutze ich heute eine zentrale Fotocloud unter meiner Domain.

Die Bilder bleiben auf meinem NAS. Nextcloud greift lesend auf den JPG-Ordner zu und stellt die freigegebenen Dateien im Browser bereit.

Stammmodels erhalten monatlich einen neuen Link mit neuem Kennwort und einer Laufzeit von 30 Tagen. Einzelkunden erhalten einen eigenen Zugriff für ein bis zwei Monate.

Damit verbinde ich eine einfache Bedienung mit zeitlich begrenzten und passwortgeschützten Freigaben. Gleichzeitig kann ich mein Portfolio unterwegs auf dem Smartphone zeigen und passende Arbeiten direkt im persönlichen Gespräch präsentieren.

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Danke für die das tolle Beratungsgespräch!
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Danke für das tolle Homeshooting auf TFP Basis !!! Die Bilder lasse ich mir ausdrucken und hänge die direkt auf ;)
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Danke für die tollen Fotos unserer Schulklasse !!!
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Habe bei allen Shootings nur positive Erfahrungen gemacht. Hat Spaß gemacht. Geht auf die Wünsche ein und es wird darauf geachtet das man sich wohl fühlt. Zudem sind immer super schöne Bilder entstanden. Immer wieder gerne.
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