Im ersten Teil dieser Blogserie habe ich gezeigt, wie ich meine RAW-Dateien und fertig bearbeiteten Bilder ablege. Die Originalaufnahmen und Exporte liegen getrennt auf zwei Netzlaufwerken. Hinter diesen Laufwerken arbeitet ein NAS mit zwei 12-TB-Festplatten im RAID 1.

Ein RAID 1 schützt jedoch nur vor dem Ausfall einer einzelnen Festplatte. Deshalb nutze ich zusätzlich ein zweites NAS und eine externe Cloud-Sicherung.

Warum ein RAID 1 kein Backup ist

Bei einem RAID 1 werden die Daten gleichzeitig auf zwei Festplatten gespeichert. Fällt eine Festplatte aus, bleiben die Dateien auf der zweiten Festplatte verfügbar.

Das schützt vor einem technischen Defekt einer einzelnen Festplatte. Andere Gefahren werden dadurch jedoch nicht abgedeckt.

Dazu gehören:

  • versehentlich gelöschte Dateien
  • überschriebene Bilder
  • beschädigte Dateien
  • Schadsoftware und Ransomware
  • ein Defekt des gesamten NAS
  • Überspannung oder Blitzschlag
  • Diebstahl
  • Feuer oder Wasserschäden

Wird eine Datei auf dem RAID gelöscht, verschwindet sie normalerweise auch von der gespiegelten Festplatte. Beide Laufwerke enthalten immer denselben Datenbestand.

Ein RAID erhöht deshalb die Verfügbarkeit. Es ist aber keine eigenständige Datensicherung.

Ein zweites NAS für das tägliche Backup

Als zusätzliche Sicherung nutze ich ein zweites NAS-System. Es handelt sich um ein identisches NAS-Modell, in dem sich eine einzelne 12-TB-Festplatte befindet.

Auf dieses zweite NAS wird täglich eine Sicherung des ersten NAS übertragen. Gesichert werden damit sowohl die originalen RAW-Dateien als auch die fertig bearbeiteten und exportierten Bilder.

Das zweite NAS hat eine andere Aufgabe als das erste System:

  • Das erste NAS dient als zentraler Datenspeicher.
  • Das zweite NAS dient als lokales Backup.
  • Die Cloud bildet die externe Sicherung.

Sollte das erste NAS komplett ausfallen, kann ich die Daten vom zweiten NAS wiederherstellen.

Warum im Backup-NAS nur eine Festplatte steckt

Im zweiten NAS befindet sich nur eine 12-TB-Festplatte. Diese Festplatte besitzt keine Spiegelung durch ein RAID 1.

Fällt die Festplatte des Backup-NAS aus, sind die Daten weiterhin auf dem Haupt-NAS und zusätzlich in der Cloud vorhanden. Das zweite NAS ist somit keine alleinige Sicherung, sondern eine zusätzliche Ebene innerhalb des gesamten Sicherungskonzepts.

Eine zweite Festplatte im Backup-NAS würde die Verfügbarkeit dieses Systems erhöhen. Sie würde jedoch keine weitere unabhängige Sicherung erzeugen. Zwei gespiegelte Festplatten im selben Gerät bleiben ein gemeinsamer Speicherort.

Für eine echte zusätzliche Kopie ist die Trennung der Systeme wichtiger als eine weitere Spiegelung innerhalb desselben NAS.

Räumliche Trennung der beiden NAS-Systeme

Das zweite NAS befindet sich räumlich getrennt vom ersten System. Dadurch sollen nicht beide Geräte gleichzeitig von einem örtlich begrenzten Schaden betroffen sein.

Die räumliche Trennung kann beispielsweise bei folgenden Ereignissen helfen:

  • Defekt einer Steckdose
  • umgestoßene Flüssigkeit
  • lokaler Wasserschaden
  • Beschädigung eines einzelnen Arbeitsplatzes
  • begrenzter Brand in einem Raum
  • Diebstahl eines einzelnen Geräts

Befinden sich beide NAS-Systeme im selben Gebäude, bleibt trotzdem ein gemeinsames Risiko bestehen. Ein größerer Brand, ein umfassender Wasserschaden oder ein Einbruch kann beide Systeme betreffen.

Aus diesem Grund nutze ich zusätzlich eine Online-Cloud.

Die Cloud als externe Sicherung

Meine Bilder werden zusätzlich in einer Online-Cloud gesichert. Diese Kopie befindet sich außerhalb meines eigenen Standorts.

Damit schützt die Cloud vor Ereignissen, die alle lokalen Geräte gleichzeitig betreffen könnten.

Dazu gehören:

  • Gebäudebrand
  • größerer Wasserschaden
  • Einbruch und Diebstahl
  • Überspannungsschäden
  • vollständiger Ausfall der lokalen Technik
  • Verlust beider NAS-Systeme

Die externe Sicherung ist für mich die letzte Sicherheitsstufe. Selbst wenn das Haupt-NAS und das lokale Backup gleichzeitig ausfallen, bleiben die Bilder noch außerhalb des Gebäudes gespeichert.

Nachteile der Cloud-Sicherung

Die Cloud bietet einen guten Schutz gegen lokale Schäden. Sie hat jedoch auch Nachteile.

Der Upload großer Fotobestände dauert deutlich länger als eine Sicherung im eigenen Netzwerk. RAW-Dateien meiner Nikon Z7 sind groß. Bei vielen Shootings kommen schnell mehrere Hundert Gigabyte zusammen.

Wie lange die Übertragung dauert, hängt vor allem von der Upload-Geschwindigkeit des Internetanschlusses ab. Eine schnelle Downloadverbindung bedeutet nicht automatisch, dass auch der Upload schnell ist.

Auch die Wiederherstellung aus der Cloud dauert länger. Müssen mehrere Terabyte heruntergeladen werden, kann das je nach Internetverbindung viele Stunden oder sogar mehrere Tage dauern.

Deshalb ist das zweite lokale NAS weiterhin wichtig. Es ermöglicht im Normalfall eine deutlich schnellere Wiederherstellung. Die Cloud wird vor allem dann benötigt, wenn auch die lokale Sicherung nicht mehr verfügbar ist.

Drei Ebenen für meine Fotodaten

Mein Sicherungskonzept besteht aus drei Ebenen.

Ebene 1: Haupt-NAS

Das erste NAS enthält meine RAW-Dateien und die fertig bearbeiteten Bilder. Zwei 12-TB-Festplatten arbeiten im RAID 1.

Diese Ebene schützt vor dem Ausfall einer einzelnen Festplatte und stellt die Daten im täglichen Betrieb bereit.

Ebene 2: Lokales Backup-NAS

Das zweite NAS enthält eine 12-TB-Festplatte. Es erhält täglich eine Sicherung des Haupt-NAS und befindet sich räumlich getrennt.

Diese Ebene ermöglicht eine schnelle Wiederherstellung, wenn das Haupt-NAS oder dessen Datenbestand ausfällt.

Ebene 3: Externe Cloud

Die Cloud enthält eine zusätzliche Kopie der Bilder außerhalb des eigenen Standorts.

Diese Ebene schützt vor größeren Schäden, die beide lokalen NAS-Systeme gleichzeitig betreffen.

Der tägliche Sicherungsablauf

Das Backup vom ersten auf das zweite NAS erfolgt täglich. Dadurch muss ich die Sicherung nicht jedes Mal manuell starten.

Der Ablauf sieht vereinfacht so aus:

  1. Neue RAW-Dateien werden auf dem ersten NAS abgelegt.
  2. Fertig bearbeitete Bilder werden ebenfalls auf dem ersten NAS gespeichert.
  3. Das zweite NAS übernimmt täglich die neuen und geänderten Daten.
  4. Die Bilder werden zusätzlich in die Online-Cloud übertragen.
  5. Die Cloud-Sicherung läuft abhängig von Datenmenge und Internetgeschwindigkeit im Hintergrund.

Nach einem großen Shooting kann die externe Übertragung länger dauern. Während das lokale Backup im eigenen Netzwerk vergleichsweise schnell abgeschlossen ist, benötigt die Cloud für dieselbe Datenmenge deutlich mehr Zeit.

Gelöschte Dateien und frühere Versionen

Ein Backup sollte eine gelöschte oder beschädigte Datei nicht sofort überall entfernen. Deshalb sind Versionierung und Aufbewahrungsfristen wichtige Bestandteile einer Datensicherung.

Wenn das verwendete Backup-System diese Funktionen unterstützt, können ältere Dateiversionen für einen bestimmten Zeitraum erhalten bleiben. Dadurch lässt sich eine versehentlich gelöschte oder überschriebene Datei wiederherstellen.

Ohne Versionierung könnte ein Fehler vom Haupt-NAS automatisch auf das Backup-NAS übertragen werden. Das Backup wäre dann zwar technisch erfolgreich, würde aber den fehlerhaften Datenbestand enthalten.

Ein Backup muss geprüft werden

Eine erfolgreiche Meldung bedeutet noch nicht automatisch, dass sich alle Daten tatsächlich wiederherstellen lassen.

Deshalb sollte eine Datensicherung regelmäßig kontrolliert werden. Dazu gehört nicht nur die Prüfung des freien Speicherplatzes. Auch eine testweise Wiederherstellung einzelner Ordner und Bilder ist sinnvoll.

Wichtige Kontrollen sind:

  • Ist das tägliche Backup erfolgreich gelaufen?
  • Sind neue Shootingordner auf dem zweiten NAS vorhanden?
  • Werden RAW-Dateien und Exporte vollständig erfasst?
  • Ist noch genügend Speicherplatz verfügbar?
  • Funktioniert die Anmeldung an der Cloud?
  • Können einzelne Dateien aus dem Backup geöffnet werden?
  • Lässt sich ein kompletter Shootingordner wiederherstellen?

Besonders wichtig ist die Prüfung nach Änderungen am NAS, an den Ordnern oder an den Zugangsdaten.

Was bei der Cloud beachtet werden sollte

Fotografien können personenbezogene Daten enthalten. Das gilt besonders für Portraits, Familienfotos und sensible Aufnahmebereiche.

Bei der Auswahl eines Cloudspeichers sollten deshalb Datenschutz, Zugriffsschutz und Verschlüsselung berücksichtigt werden. Für den gewerblichen Einsatz können zusätzlich ein Auftragsverarbeitungsvertrag und ein geeigneter Speicherort wichtig sein.

Das Cloudkonto sollte mit einem starken, eigenen Passwort und einer Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt werden.

Mein Fazit zur Datensicherung

Meine Fotodaten liegen nicht nur auf einem einzelnen Computer oder einer externen Festplatte.

Das Haupt-NAS bietet durch RAID 1 Schutz vor dem Ausfall einer Festplatte. Das zweite NAS erstellt täglich eine räumlich getrennte lokale Sicherung und ermöglicht eine schnelle Wiederherstellung. Die Cloud speichert eine weitere Kopie außerhalb des eigenen Standorts.

Keine dieser Ebenen ist allein perfekt. Zusammen reduzieren sie jedoch unterschiedliche Risiken.

Das lokale Backup ist schnell, befindet sich aber weiterhin in der Nähe. Die Cloud ist gegen lokale Schäden geschützt, benötigt für Sicherung und Wiederherstellung jedoch deutlich mehr Zeit.

Für mich ist diese Kombination ein sinnvoller Kompromiss aus Geschwindigkeit, Speicherplatz und Sicherheit.

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Danke für das tolle Homeshooting auf TFP Basis !!! Die Bilder lasse ich mir ausdrucken und hänge die direkt auf ;)
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Habe bei allen Shootings nur positive Erfahrungen gemacht. Hat Spaß gemacht. Geht auf die Wünsche ein und es wird darauf geachtet das man sich wohl fühlt. Zudem sind immer super schöne Bilder entstanden. Immer wieder gerne.
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