Meine Nextcloud läuft auf einem eigenen Server bei mir zu Hause. Die Bilder werden nicht bei einem fremden Cloudanbieter gespeichert. Models und Kunden greifen über meine eigene Internetverbindung auf die freigegebenen Dateien zu.
Damit spielt die Geschwindigkeit des Internetanschlusses eine wichtige Rolle. Besonders entscheidend ist dabei nicht der Download, sondern der Upload.
Mein aktueller Vodafone-Kabelanschluss
Aktuell nutze ich einen Vodafone-Kabelanschluss mit einem 1.000-Mbit-Tarif. Ein aktueller Geschwindigkeitstest ergab folgende Werte:
- Download: 775,4 Mbit/s
- Upload: 49,7 Mbit/s
- Latenz: 11 Millisekunden
Der Download ist mit mehr als 775 Mbit/s sehr schnell. Für die normale Internetnutzung, Videostreaming und große Downloads bietet der Anschluss ausreichend Leistung.
Bei meiner eigenen Fotocloud ist die Situation jedoch anders. Wenn ein Model oder Kunde Bilder von meiner Nextcloud herunterlädt, werden die Dateien von meinem Anschluss ins Internet hochgeladen.
Die maximale Geschwindigkeit der Fotocloud wird daher durch meinen Upload begrenzt.
Der Upload ist der Flaschenhals
Die gemessenen 49,7 Mbit/s entsprechen theoretisch etwa 6,2 Megabyte pro Sekunde. Unter realen Bedingungen liegt die Geschwindigkeit meist etwas darunter.
Eine Galerie mit 1 Gigabyte benötigt bei vollständiger Auslastung des Uploads theoretisch etwa drei Minuten. Bei 5 Gigabyte sind es bereits rund 14 Minuten.
Diese Werte gelten nur unter guten Bedingungen und wenn keine anderen Geräte gleichzeitig größere Datenmengen hochladen.
Nutzen mehrere Personen gleichzeitig die Fotocloud, teilen sie sich die verfügbare Uploadgeschwindigkeit. Greifen beispielsweise vier Models zur gleichen Zeit auf ihre Bilder zu, stehen rechnerisch nur noch etwa 12,5 Mbit/s pro Person zur Verfügung.
Auch folgende Vorgänge nutzen den Upload:
- externe Datensicherungen
- Videokonferenzen
- Versand großer E-Mail-Anhänge
- automatische Cloud-Sicherungen
- Zugriff auf andere Dienste im Heimnetz
- gleichzeitige Downloads mehrerer Kunden
Der schnelle Download des Kabelanschlusses hilft in diesen Situationen kaum. Entscheidend ist, wie schnell mein Server die Dateien an die Empfänger senden kann.
Warum 1.000 Mbit/s nicht automatisch eine schnelle Cloud bedeuten
Bei Internetanschlüssen wird häufig vor allem mit der Downloadgeschwindigkeit geworben. Ein Tarif mit 1.000 Mbit/s klingt daher besonders leistungsfähig.
Kabelanschlüsse sind jedoch meistens asymmetrisch aufgebaut. Der Download ist deutlich schneller als der Upload.
Für Streaming, Surfen oder das Herunterladen von Dateien ist das sinnvoll. Bei einem eigenen Server kehrt sich die Nutzung jedoch um. Was für den Kunden ein Download ist, ist für meinen Anschluss ein Upload.
Für eine private Nextcloud sind deshalb folgende Punkte besonders wichtig:
- verfügbare Uploadgeschwindigkeit
- Stabilität des Anschlusses
- Schwankungen zu stark ausgelasteten Zeiten
- Latenz und Paketverluste
- öffentliche Erreichbarkeit
- parallele Nutzung durch mehrere Personen
Ein hoher Downloadwert allein sagt wenig darüber aus, wie schnell eine eigene Cloud von außen erreichbar ist.
Geplanter Wechsel auf Telekom-Glasfaser
Im kommenden Monat wird der Vodafone-Kabelanschluss durch einen Telekom-Glasfaseranschluss mit einem 500-Mbit-Tarif ersetzt.
Der neue Anschluss bietet voraussichtlich:
- bis zu 500 Mbit/s im Download
- bis zu 100 Mbit/s im Upload
Der nominelle Download sinkt damit gegenüber dem bisherigen 1.000-Mbit-Kabeltarif. Für meine normale Nutzung sind 500 Mbit/s jedoch weiterhin mehr als ausreichend.
Wichtiger ist die Verdopplung des Uploads von rund 50 auf bis zu 100 Mbit/s.
Für meine eigene Fotocloud ist der 500er-Glasfasertarif daher voraussichtlich besser geeignet als der bisherige 1.000er-Kabeltarif.
Was 100 Mbit/s Upload für die Fotocloud bedeuten
100 Mbit/s entsprechen theoretisch bis zu 12,5 Megabyte pro Sekunde. Damit können Bilder ungefähr doppelt so schnell an Models und Kunden übertragen werden wie mit dem bisherigen Anschluss.
Eine Galerie mit 1 Gigabyte könnte unter idealen Bedingungen in etwa eineinhalb Minuten übertragen werden. Bei 5 Gigabyte wären es ungefähr sieben Minuten.
In der Praxis können die Zeiten durch Protokolloverhead, Auslastung, WLAN, die Geschwindigkeit des Kundenanschlusses und mehrere gleichzeitige Zugriffe abweichen.
Trotzdem bringt der höhere Upload klare Vorteile:
- schnellere Downloads großer Bildgalerien
- bessere Geschwindigkeit bei mehreren gleichzeitigen Zugriffen
- mehr Reserven für externe Sicherungen
- geringere Beeinflussung durch andere Internetdienste
- schnellere Übertragung neuer Dateien
- bessere Voraussetzungen für Videos und hochauflösende Bilder
Die verfügbare Geschwindigkeit pro Person hängt weiterhin davon ab, wie viele Nutzer gleichzeitig auf den Server zugreifen.
Kabel und Glasfaser im Vergleich
Mein aktueller Kabelanschluss bietet einen sehr hohen Download. Der Upload fällt im Verhältnis dazu deutlich geringer aus.
Beim Glasfaseranschluss ist die Verbindung für den Betrieb einer eigenen Cloud besser geeignet. Neben dem höheren Upload erwarte ich eine stabilere Leistung und geringere Abhängigkeit von der Auslastung eines gemeinsam genutzten Kabelsegments.
| Anschluss | Download | Upload | Theoretischer Upload in MB/s |
|---|---|---|---|
| Vodafone Kabel, aktueller Messwert | 775,4 Mbit/s | 49,7 Mbit/s | ca. 6,2 MB/s |
| Telekom Glasfaser, neuer Tarif | bis 500 Mbit/s | bis 100 Mbit/s | bis 12,5 MB/s |
Die tatsächlichen Werte des Glasfaseranschlusses werde ich nach der Umschaltung erneut messen. Erst dann ist ein direkter Vergleich unter realen Bedingungen möglich.
Mehr Upload für Models und Kunden
Meine Nextcloud dient als zentrale Fotocloud für die Bildübergabe. Stammmodels erhalten regelmäßig einen neuen, passwortgeschützten Freigabelink. Einzelkunden bekommen einen persönlichen Zugriff mit begrenzter Laufzeit.
Wenn größere Galerien mit vielen hochauflösenden JPEG-Dateien bereitgestellt werden, macht sich die Uploadgeschwindigkeit direkt bemerkbar.
Mit dem neuen Glasfaseranschluss sollen die Bilder schneller geladen und heruntergeladen werden können. Besonders deutlich sollte der Unterschied bei großen Galerien und mehreren gleichzeitigen Zugriffen werden.
Weitere Informationen über den Aufbau meiner Fotocloud finden Sie im Beitrag Eigene Fotocloud für Fotografen mit Nextcloud und NAS.
Wie ich die Zugänge schütze, erkläre ich im Beitrag über meine Nextcloud-Sicherheit mit MFA, Länderblockierung und geschützten Freigabelinks.
Der Server bleibt weiterhin zu Hause
Der Wechsel des Internetanbieters ändert nichts am grundsätzlichen Aufbau meiner Fotocloud.
Die Nextcloud läuft weiterhin auf meinem eigenen Linux-Server. Die JPEG-Dateien liegen auf meinem NAS. Nextcloud greift lesend auf diese Bilder zu und stellt sie über zeitlich begrenzte Freigaben bereit.
Der neue Glasfaseranschluss verbessert die Verbindung zwischen meinem Server und den Models beziehungsweise Kunden. Die Daten bleiben weiterhin in meiner eigenen Infrastruktur.
Mein Fazit
Der aktuelle Vodafone-Kabelanschluss erreicht mit 775,4 Mbit/s einen schnellen Download. Für meine eigene Nextcloud ist jedoch der Upload von 49,7 Mbit/s der entscheidende Wert.
Der geplante Telekom-Glasfaseranschluss bietet mit 500 Mbit/s zwar einen niedrigeren Download, erhöht den möglichen Upload aber auf 100 Mbit/s.
Damit steht meiner Fotocloud voraussichtlich ungefähr die doppelte Uploadleistung zur Verfügung. Große Galerien können schneller übertragen werden. Auch mehrere gleichzeitige Zugriffe sollten besser verarbeitet werden.
Nach der Umstellung werde ich einen neuen Geschwindigkeitstest durchführen und die tatsächlichen Werte mit dem bisherigen Kabelanschluss vergleichen.



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