Eine moderne Wohnung, ein Loft mit großen Fenstern, eine außergewöhnliche Ferienwohnung oder ein stilvoll eingerichtetes Apartment können für ein Fotoshooting eine hervorragende Location sein. Gerade für Portrait-, Fashion-, Lifestyle-, Cosplay-, Boudoir-, Dessous- oder Content-Shootings kann eine über Airbnb gebuchte Unterkunft deutlich mehr Möglichkeiten bieten als ein klassisches Hotelzimmer.

Allerdings gibt es einen wichtigen Punkt: Eine gebuchte Unterkunft ist nicht automatisch als gewerbliche Shooting-Location freigegeben.

Wenn ich eine Ferienwohnung für ein Fotoshooting nutzen möchte, kläre ich deshalb einige Dinge bereits vor der Buchung.

Eine Airbnb-Buchung ist noch keine Shooting-Genehmigung

Wer über Airbnb eine Unterkunft bucht, schließt zunächst eine Vereinbarung über die Nutzung als Unterkunft ab. Daraus ergibt sich nicht automatisch das Recht, dort ein kommerzielles Fotoshooting durchzuführen.

Airbnb weist in seinen Grundregeln für Gäste ausdrücklich darauf hin, dass kommerzielles Fotografieren oder Filmen nicht ohne dokumentierte Genehmigung des Gastgebers erfolgen soll. Gastgeber können kommerzielles Fotografieren und Filmen außerdem ausdrücklich in ihren Hausregeln regeln.

Für mich bedeutet das ganz praktisch:

Ich würde eine Unterkunft niemals erst buchen und dem Vermieter anschließend mitteilen, dass dort ein gewerbliches Fotoshooting stattfinden soll.

Die Anfrage gehört für mich vor die Buchung.

Offen kommunizieren, was geplant ist

Bei einer Anfrage versuche ich, das geplante Shooting möglichst transparent zu beschreiben.

Ein einfaches „Darf ich dort Fotos machen?“ wäre mir zu ungenau. Ein Gastgeber kann darunter schließlich auch ein paar private Urlaubsbilder verstehen.

Ich würde deshalb erklären, dass ich als Fotograf arbeite und die Unterkunft für ein professionelles Fotoshooting nutzen möchte.

Dabei sollten aus meiner Sicht insbesondere folgende Punkte geklärt werden:

  • Art des Shootings, zum Beispiel Portrait, Fashion, Cosplay, Lifestyle, Boudoir oder Content
  • gewerbliche bzw. kommerzielle Nutzung der Bilder
  • Anzahl der anwesenden Personen
  • voraussichtliche Shootingdauer
  • eingesetztes Equipment wie Kamera, Lichtstative oder Softboxen
  • Nutzung verschiedener Räume der Unterkunft
  • mögliche Outfitwechsel
  • Veröffentlichung der Bilder auf Webseite, Portfolio oder Social Media
  • eventuelle Veränderungen an Möbeln oder Dekoration
  • besondere Technik wie Blitzgeräte, Dauerlicht oder Hintergrundsysteme
  • zusätzliche Kosten oder eine besondere Location-Gebühr
  • schriftliche Genehmigung zur fotografischen Nutzung der Unterkunft

Gerade bei Boudoir-, Dessous- oder Creator-Shootings würde ich den geplanten Bildbereich ebenfalls vorher ansprechen. Der Gastgeber muss nicht jedes Motiv kennen, sollte aber wissen, für welche Art von Produktion seine Unterkunft genutzt wird.

Die Genehmigung möglichst schriftlich einholen

Eine telefonische Zustimmung ist besser als gar keine Zustimmung – für ein professionelles Shooting würde ich trotzdem eine schriftliche Bestätigung bevorzugen.

Bei Airbnb bietet es sich an, die Kommunikation über das Nachrichtensystem der Plattform zu führen. Damit lässt sich später nachvollziehen, was vereinbart wurde.

Das passt auch zu Airbnbs eigener Vorgabe, wonach bei kommerziellen Foto- oder Filmproduktionen eine dokumentierte Genehmigung des Gastgebers vorliegen soll.

Eine kurze Zustimmung könnte beispielsweise festhalten, dass der Gastgeber darüber informiert wurde, dass während des Aufenthalts ein professionelles Fotoshooting stattfindet und dass die dabei entstandenen Bilder kommerziell für Portfolio, Webseite, soziale Netzwerke oder Kundenprojekte genutzt werden dürfen.

Reicht die Zustimmung des Airbnb-Gastgebers?

Hier würde ich genauer hinschauen.

Nicht jeder Gastgeber ist zwangsläufig Eigentümer der Immobilie. Es kann sich beispielsweise um einen Mieter, eine Verwaltung oder einen gewerblichen Betreiber handeln.

Deshalb sollte die Person, die die Genehmigung erteilt, auch tatsächlich berechtigt sein, eine solche Nutzung der Räume zu erlauben.

Bei einer normalen Portraitserie mag eine schriftliche Gastgeberfreigabe in der Praxis häufig die entscheidende Grundlage sein. Wenn die Immobilie allerdings sehr deutlich erkennbar ist oder die Bilder umfangreich kommerziell verwertet, verkauft oder lizenziert werden sollen, würde ich zusätzlich klären, ob eine ausdrückliche Freigabe des Eigentümers beziehungsweise einer entsprechend bevollmächtigten Person erforderlich ist.

Was ist ein Property Release?

Hier kommt das sogenannte Property Release ins Spiel.

Im Deutschen kann man vereinfacht von einer Eigentümerfreigabe oder Fotografiererlaubnis sprechen. Darin erlaubt der Eigentümer oder eine autorisierte Person, dass ein bestimmtes privates Eigentum fotografiert und die entstandenen Bilder in einem vereinbarten Umfang genutzt werden dürfen.

Dabei sollte man allerdings unterscheiden:

Ein Property Release ist in Deutschland nicht automatisch für jedes Foto eines Gebäudes gesetzlich vorgeschrieben.

Bei Bildern aus dem öffentlichen Raum gilt beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen die Panoramafreiheit nach § 59 UrhG. Bei Gebäuden betrifft sie allerdings nur die äußere Ansicht von öffentlich zugänglichen Wegen, Straßen oder Plätzen aus. Innenräume einer privaten Ferienwohnung fallen nicht einfach unter diese Regelung.

Bei einem Airbnb-Shooting befinde ich mich dagegen bewusst auf beziehungsweise in privatem Eigentum. Deshalb ist die vertragliche Erlaubnis des Berechtigten für mich wesentlich interessanter als die Frage nach der Panoramafreiheit.

Wann ich ein Property Release besonders sinnvoll finde

Für ein normales Kunden-Portraitshooting kann eine eindeutig dokumentierte Shooting-Genehmigung des Gastgebers bereits sehr viel Klarheit schaffen.

Ein umfassenderes Property Release würde ich besonders dann in Betracht ziehen, wenn die Immobilie selbst einen wesentlichen Bestandteil der Bilder darstellt oder die Aufnahmen später weitergehend kommerziell genutzt beziehungsweise lizenziert werden sollen.

Auch Stockplattformen unterscheiden hier sehr deutlich. Adobe Stock verlangt bei erkennbar privatem Eigentum für bestimmte kommerzielle Lizenzierungen eine Eigentümerfreigabe und beschreibt diese als unterschriebene Freigabe des Eigentümers oder einer autorisierten Vertretung.

Das zeigt gut, weshalb ein Property Release etwas anderes ist als der Vertrag mit dem Model.

Model Release und Property Release sind zwei verschiedene Dinge

Bei einem Shooting in einer Ferienwohnung können deshalb mehrere Vereinbarungen gleichzeitig relevant sein.

Mit dem Model regelte ich beispielsweise die Nutzung der entstandenen Bilder. Die Genehmigung des Gastgebers beziehungsweise ein Property Release betrifft dagegen die Nutzung der Location.

Beides sollte nicht miteinander verwechselt werden.

Ein Model kann mir schließlich keine Rechte an einer fremden Ferienwohnung einräumen – genauso wenig kann der Vermieter über die Bildrechte des fotografierten Models entscheiden.

Besonders wichtig bei Content-Shootings

Bei Contentproduktionen würde ich die Genehmigung besonders sorgfältig gestalten.

Wenn beispielsweise für einen Creator innerhalb eines Tages verschiedene Serien entstehen, kann die Wohnung auf vielen Bildern deutlich erkennbar sein.

Vielleicht tauchen Wohnzimmer, Schlafzimmer, Badezimmer, Küche und Balkon auf. Damit wird die Unterkunft selbst schnell zu einem wichtigen Bestandteil des Bildlooks.

Genau dann möchte ich vorher Klarheit darüber haben, ob die Bilder später auf Webseiten, Social Media, Creator-Plattformen oder in anderen kommerziellen Zusammenhängen veröffentlicht werden dürfen.

Das erspart Diskussionen nach dem Shooting.

Auch die Privatsphäre des Gastgebers beachten

Eine Ferienwohnung kann persönliche Gegenstände enthalten.

Familienfotos, Dokumente, Post, Namen, WLAN-Zugangsdaten oder andere persönliche Informationen sollten meiner Meinung nach nicht unbeabsichtigt auf Bildern erscheinen.

Vor dem Shooting würde ich deshalb die Räume kontrollieren und solche Dinge gegebenenfalls aus dem Bildbereich entfernen.

Das gilt übrigens auch für Dinge, die im Hintergrund eines Portraits zunächst völlig unwichtig erscheinen.

Bei hochauflösenden Fotos lassen sich Details später teilweise deutlich besser erkennen als während des Shootings mit bloßem Auge.

Möbel nicht einfach umstellen

Für Fotos ist es manchmal sinnvoll, einen Tisch, einen Sessel oder kleinere Dekorationen zu verschieben.

Auch hier würde ich vorher fragen.

Kleine Veränderungen sind für viele Gastgeber vermutlich kein Problem. Trotzdem befindet man sich in fremden Räumen.

Schwere Möbel, Wanddekoration, empfindliche Gegenstände oder technische Einrichtungen würde ich grundsätzlich nicht ohne Zustimmung verändern.

Nach dem Shooting sollte die Unterkunft natürlich wieder so aussehen wie vorher.

Lichttechnik im Airbnb

Ein großer Vorteil einer Ferienwohnung sind häufig große Fenster und natürliches Licht.

Trotzdem nehme ich für professionelle Shootings je nach Projekt zusätzlich mobile Lichttechnik mit.

Kompakte Blitze, Softboxen oder Dauerlicht lassen sich normalerweise relativ unauffällig einsetzen. Trotzdem sollte der Gastgeber wissen, dass nicht nur eine Kamera verwendet wird.

Bei umfangreicher Technik steigt schließlich auch das Risiko, dass beispielsweise ein Stativ einen Boden beschädigt oder ein Lichtformer an Möbel stößt.

Ich würde deshalb auch bei der Technik nach dem Grundsatz arbeiten: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Rauch, Nebel oder Spezialeffekte sind eine andere Kategorie

Bei besonderen Shootings arbeite ich gelegentlich auch mit kreativen Effekten.

In einer Ferienwohnung würde ich Rauchmaschinen, Nebel, Rauchfackeln, Pulver, Mehl oder ähnliche Effekte allerdings niemals einfach einsetzen.

Hier spielen nicht nur mögliche Verschmutzungen eine Rolle, sondern auch Rauchmelder, Brandschutz und mögliche Schäden.

Solche Dinge benötigen aus meiner Sicht immer eine separate und eindeutige Zustimmung – und manche Effekte gehören schlicht nicht in eine Ferienwohnung.

Was passiert bei Schäden?

Wo Menschen, Kameras, Stative und Lichttechnik zusammenkommen, kann theoretisch auch etwas passieren.

Deshalb sollte im Vorfeld klar sein, wer für Schäden verantwortlich ist.

Als Fotograf möchte ich selbstverständlich vermeiden, dass überhaupt etwas beschädigt wird. Trotzdem gehört dieses Thema für mich zu einer professionellen Vorbereitung.

Gerade bei größeren Produktionen kann es außerdem sinnvoll sein, den eigenen Versicherungsschutz zu prüfen.

Auch Nachbarn und Hausordnung spielen eine Rolle

Eine schöne Ferienwohnung befindet sich möglicherweise in einem normalen Mehrfamilienhaus.

Das bedeutet: Dort leben andere Menschen.

Ein Fotoshooting darf nicht automatisch dazu führen, dass mehrere Fahrzeuge den Hof blockieren, zehn Personen durchs Treppenhaus laufen oder über Stunden laute Musik gespielt wird.

Die normalen Hausregeln gelten selbstverständlich auch während eines Shootings.

Das gilt insbesondere für Ruhezeiten, Gemeinschaftsbereiche, Parkplätze und die zulässige Anzahl von Personen.

Airbnb-Fotos nicht einfach für die eigene Werbung übernehmen

Ein weiterer Punkt wird schnell übersehen.

Die Bilder im Airbnb-Inserat sind nicht automatisch frei verwendbar.

Nur weil ich eine Ferienwohnung gebucht habe, darf ich die Bilder aus dem Inserat nicht einfach herunterladen und auf meiner eigenen Webseite als Werbung für das Shooting verwenden.

Auch an diesen Aufnahmen bestehen Rechte.

Wenn ich die Location vorab zeigen möchte, würde ich entweder auf das Inserat verweisen oder mir die Nutzung entsprechender Bilder ausdrücklich erlauben lassen.

Meine ideale Vorgehensweise

Für mich wäre der Ablauf deshalb relativ klar:

Zuerst suche ich eine Unterkunft, die optisch zu meinem geplanten Shooting passt. Anschließend kontaktiere ich den Gastgeber und beschreibe transparent das geplante professionelle Fotoshooting.

Erst wenn die gewerbliche Nutzung bestätigt wurde, würde ich die Unterkunft verbindlich buchen.

Je nach Art und geplanter Verwendung der Bilder würde ich zusätzlich eine schriftliche Location-Freigabe beziehungsweise ein Property Release vereinbaren.

Danach kann das eigentliche Shooting geplant werden.

Damit weiß der Gastgeber, was in seiner Unterkunft passiert, das Model kennt die Rahmenbedingungen und ich habe als Fotograf eine deutlich bessere Grundlage für die spätere Nutzung der Bilder.

Airbnb kann eine hervorragende Alternative zum Fotostudio sein

Trotz dieser ganzen Punkte finde ich Ferienwohnungen als Shooting-Location ausgesprochen interessant.

Sie bieten oftmals eine Atmosphäre, die sich im klassischen Fotostudio nur mit erheblichem Aufwand herstellen ließe.

Ein modernes Apartment kann Lifestyle- und Creator-Content ermöglichen. Ein rustikales Ferienhaus passt vielleicht zu einem besonderen Portrait- oder Cosplay-Konzept. Ein Loft eignet sich für Fashion. Eine hochwertige Wohnung kann wiederum eine spannende Alternative für Boudoir- oder Dessousfotografie sein.

Gerade weil jede Unterkunft anders aussieht, entstehen Bildwelten, die sich deutlich voneinander unterscheiden können.

Mein Fazit

Airbnb kann für Fotoshootings eine sehr interessante Locationquelle sein – aber die Unterkunft sollte nicht einfach wie ein gebuchtes Fotostudio behandelt werden.

Für kommerzielle Fotoaufnahmen verlangt Airbnb selbst eine dokumentierte Genehmigung des Gastgebers.

Ich würde deshalb immer transparent kommunizieren, was geplant ist, die Erlaubnis schriftlich einholen und bei umfangreicher kommerzieller Nutzung prüfen, ob zusätzlich eine Eigentümerfreigabe beziehungsweise ein Property Release sinnvoll oder erforderlich ist.

So profitieren am Ende alle Beteiligten davon: Der Gastgeber weiß, was in seiner Unterkunft passiert, das Model bekommt eine besondere Shooting-Location und ich kann mich als Fotograf auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht – besondere Bilder in einer außergewöhnlichen Umgebung zu schaffen.

Kleiner Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt meine fotografische und organisatorische Sicht auf das Thema und stellt keine individuelle Rechtsberatung dar.

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Habe bei allen Shootings nur positive Erfahrungen gemacht. Hat Spaß gemacht. Geht auf die Wünsche ein und es wird darauf geachtet das man sich wohl fühlt. Zudem sind immer super schöne Bilder entstanden. Immer wieder gerne.
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