Bei einem Fotoshooting entstehen schnell mehrere Hundert oder sogar Tausend Aufnahmen. Besonders RAW-Dateien benötigen viel Speicherplatz. Ohne eine klare Dateiablage wird es deshalb schnell unübersichtlich.
In dieser zweiteiligen Blogserie zeige ich, wie ich meine Fotos speichere und sichere. Im ersten Teil geht es um meine Dateiablage nach einem Shooting. Teil 2 beschäftigt sich anschließend mit der Datensicherung.
Zwei Netzlaufwerke am Arbeitsplatz
An meinem Arbeitsplatz habe ich zwei Netzlaufwerke eingebunden. Beide Laufwerke befinden sich auf demselben NAS-System. Sie erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Das erste Netzlaufwerk ist für die originalen NEF-Dateien vorgesehen. NEF ist das RAW-Format meiner Nikon-Kameras. Das zweite Laufwerk nutze ich für die fertig bearbeiteten und exportierten Bilder.
Damit sind Originaldateien und fertige Bilder klar voneinander getrennt:
- Laufwerk 1: NEF- und RAW-Dateien
- Laufwerk 2: fertig bearbeitete und exportierte Bilder
Diese Trennung erleichtert mir die tägliche Arbeit. Ich erkenne sofort, wo die Originalaufnahmen liegen und wo ich die fertigen Ergebnisse eines Shootings finde.
Das NAS als zentraler Speicher
Hinter den beiden Netzlaufwerken arbeitet ein NAS-System. NAS steht für „Network Attached Storage“. Es handelt sich um einen zentralen Speicher, der über das Netzwerk erreichbar ist.
In meinem NAS befinden sich zwei Festplatten mit jeweils 12 TB Speicherplatz. Die beiden Festplatten laufen in einem RAID 1.
Bei einem RAID 1 werden die Daten gleichzeitig auf beide Festplatten geschrieben. Beide Platten enthalten dadurch denselben Datenbestand. Fällt eine Festplatte aus, sind die Dateien weiterhin auf der zweiten Festplatte vorhanden.
Die nutzbare Speicherkapazität beträgt bei zwei Festplatten mit jeweils 12 TB deshalb ungefähr 12 TB und nicht 24 TB.
Das RAID schützt mich vor dem Ausfall einer einzelnen Festplatte. Es ersetzt jedoch keine vollständige Datensicherung. Versehentlich gelöschte Dateien, beschädigte Daten oder Schadsoftware können beide Festplatten betreffen. Darauf gehe ich im zweiten Teil dieser Serie genauer ein.
Der erste Schritt nach dem Shooting
Nach einem Fotoshooting übertrage ich alle Aufnahmen auf das dafür vorgesehene RAW-Laufwerk. Die NEF-Dateien werden zunächst vollständig und unverändert abgelegt.
Jedes Shooting erhält einen eigenen Ordner. Eine eindeutige Ordnerbezeichnung hilft dabei, das Shooting auch nach mehreren Jahren schnell wiederzufinden.
Sinnvoll ist eine Kombination aus:
- Aufnahmedatum
- Name des Models oder Kunden
- Art des Shootings
- Aufnahmeort oder Projektname
Ein Beispiel wäre:
2026-09-30_Mona_Cosplay_Hoexter
Durch das Datum im Format Jahr, Monat und Tag werden die Ordner automatisch chronologisch sortiert.
Warum ich die RAW-Dateien getrennt speichere
RAW-Dateien sind meine digitalen Originale. Sie enthalten deutlich mehr Bildinformationen als fertig exportierte JPEG-Dateien. Dadurch bieten sie bei der Bearbeitung mehr Spielraum für Belichtung, Farben, Weißabgleich und Details.
Diese Originaldateien möchte ich nicht mit fertigen Bildern, Vorschaudateien und verschiedenen Exportgrößen vermischen.
Die getrennte Ablage hat mehrere Vorteile:
- Die Originaldateien bleiben übersichtlich.
- Fertige Bilder lassen sich schneller finden.
- Versehentliches Überschreiben wird vermieden.
- Speicherbedarf und Ordnergrößen lassen sich besser prüfen.
- Der Arbeitsablauf bleibt bei jedem Shooting gleich.
Eine feste Struktur spart besonders dann Zeit, wenn ein älteres Bild erneut bearbeitet oder für einen anderen Zweck exportiert werden soll.
Bearbeitung auf dem Arbeitsplatz
Für die eigentliche Bildbearbeitung verschiebe ich den jeweiligen Shootingordner vom NAS auf meinen Arbeitsplatz. Die lokale Bearbeitung ist schneller, da Lightroom nicht bei jedem Arbeitsschritt über das Netzwerk auf die großen RAW-Dateien zugreifen muss.
Das ist besonders bei umfangreichen Shootings und hochauflösenden NEF-Dateien spürbar. Vorschaubilder werden schneller geladen und Anpassungen reagieren direkter.
Wichtig ist, den Ordner innerhalb von Lightroom zu verschieben. Wird ein bereits importierter Ordner nur über den Windows-Explorer verschoben, kennt Lightroom anschließend den neuen Speicherort nicht. Die Bilder werden dann als fehlend angezeigt.
Beim Verschieben innerhalb von Lightroom bleibt die Verbindung zwischen Katalog und Bilddateien erhalten.
Mein Ablauf sieht vereinfacht so aus:
- Speicherkarten nach dem Shooting einlesen.
- Alle NEF-Dateien im Shootingordner auf dem RAW-Laufwerk ablegen.
- Den Ordner in Lightroom importieren.
- Den Shootingordner für die Bearbeitung auf den Arbeitsplatz verschieben.
- Bilder auswählen und bearbeiten.
- Fertige Aufnahmen auf das zweite Netzlaufwerk exportieren.
Auswahl und Bearbeitung in Lightroom
In Lightroom sichte ich zunächst alle Aufnahmen. Unscharfe Bilder, Testaufnahmen und doppelte Motive werden aussortiert. Anschließend markiere ich die Bilder, die bearbeitet werden sollen.
Danach folgen meine normalen Arbeitsschritte:
- Bildausschnitt festlegen
- Belichtung korrigieren
- Weißabgleich anpassen
- Farben und Kontraste abstimmen
- störende Details entfernen
- ausgewählte Bilder für die weitere Bearbeitung vorbereiten
Je nach Shooting können zusätzliche Arbeiten in Photoshop folgen. Lightroom bleibt dabei die zentrale Verwaltung für den gesamten Shootingordner.
Fertige Bilder auf dem zweiten Laufwerk
Die fertig bearbeiteten Bilder exportiere ich auf das zweite Netzlaufwerk des NAS. Dieses Laufwerk enthält nur die finalen Ergebnisse.
Dort liegen beispielsweise:
- hochauflösende JPEG-Dateien
- verkleinerte Bilder für den Fotoblog
- Dateien für Instagram und Facebook
- Versionen für Kunden oder Models
- Bilder für Druck und Portfolio
Auch auf diesem Laufwerk erhält jedes Shooting einen eigenen Ordner. Die Ordnerbezeichnung orientiert sich an der Bezeichnung des RAW-Ordners. Dadurch lassen sich Originaldateien und fertige Bilder eindeutig zuordnen.
Die Trennung ist im Alltag sehr praktisch. Wenn ich ein fertiges Bild suche, muss ich nicht durch RAW-Dateien, Lightroom-Vorschauen und Zwischenstände navigieren.
Einheitliche Dateinamen
Neben einer klaren Ordnerstruktur helfen eindeutige Dateinamen. Der ursprüngliche Dateiname der Kamera kann grundsätzlich erhalten bleiben. Für veröffentlichte Bilder nutze ich jedoch verständlichere Bezeichnungen.
Ein möglicher Dateiname lautet:
20260930_mona_cosplay_hoexter_01.jpg
Für Bilder auf einer Website kann zusätzlich das Thema eingebunden werden:
cosplay-shooting-hoexter-mona-01.jpg
Solche Namen sind leichter zuzuordnen als ein reiner Kameradateiname. Sie können außerdem die Auffindbarkeit in der Bildersuche unterstützen.
Was diese Struktur im Alltag bringt
Mein System trennt drei Arbeitsbereiche:
- Originale auf dem RAW-Netzlaufwerk
- aktuell bearbeitete Shootings auf dem Arbeitsplatz
- fertige Exporte auf dem zweiten Netzlaufwerk
Dadurch bleibt der Ablauf nachvollziehbar. Ich weiß jederzeit, welche Dateien unbearbeitet sind, welche Bilder sich gerade in Bearbeitung befinden und wo die fertigen Ergebnisse liegen.
Das NAS dient als zentraler Speicher. Lightroom übernimmt die Verwaltung und Bearbeitung. Die lokale Ablage am Arbeitsplatz sorgt während der Bearbeitung für eine bessere Geschwindigkeit.
RAID 1 ist noch keine Datensicherung
Zwei gespiegelte Festplatten schaffen zusätzliche Sicherheit bei einem technischen Defekt. Trotzdem liegen beide Kopien im selben NAS.
Wird eine Datei versehentlich gelöscht, wird diese Änderung auf beide Festplatten übernommen. Auch Überspannung, Diebstahl, Feuer, Wasserschäden oder ein Defekt des gesamten NAS können beide Festplatten gleichzeitig betreffen.
Deshalb benötigt eine sichere Fotoablage mindestens eine weitere, getrennte Sicherung.
Im zweiten Teil der Serie geht es um die Datensicherung für Fotografen. Ich zeige, wie Originaldateien und fertige Bilder zusätzlich geschützt werden können und warum mindestens eine Sicherung außerhalb des eigentlichen NAS wichtig ist.



No responses yet